Geschichte

1971 bis 1998 Grundlegender Wandel

1971
Im Vorjahr tritt in NRW das „Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten“ in Kraft und leitet eine entscheidende Umorientierung ein. Diese Umorientierung beginnt mit der Gründung einer Expertengruppe, die Leitlinien zur Versorgung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen entwickelt.
Außerdem beginnt eine 200 Mitglieder umfassende Kommission, die Psychiatrie-Enquête, mit der Erarbeitung eines Berichts über die Lage der Psychiatrie.
Im Stift Tilbeck erkennt der Träger die Dringlichkeit konsequenter zukunftsweisender Konzepte und setzt im April mit Leonhard Thiel den ersten weltlichen Verwaltungsleiter ein. Das Leitungsgremium setzt sich damit aus Leonhard Thiel, dem geistlichen Direktor Ulms und der Oberin Schwester M. Einhilda zusammen. Dr. Norbert Willeke wird als ärztlicher Direktor gewonnen.

1972
Die Expertengruppe legt einen Zielplan vor.
Schwester M. Einhilda wird als Oberin durch Schwester M. Firmata abgelöst.
Im Juni nehmen Direktor Ulms und Dr. Willeke an einer mehrtägigen Informationsreise nach Dänemark und Schweden teil, wo in der Betreuung behinderter Menschen schon seit längerer Zeit neue Wege beschritten werden. Die Hausleitung kommt zu dem Schluss, dass das Stift vielfältige Defizite aufweist. Es wird ein Konzept entwickelt, das sich zunächst wesentlich am Zielplan des Landes NRW orientiert.

1973
Es werden Gespräche mit dem zuständigen Arbeitsamt in Münster über den Neubau einer Beschützenden Werkstatt geführt. Im Obergeschoss des Hildegard-Gebäudes werden bereits Räume für die Arbeitstherapie eingerichtet. Im Oktober übernimmt Manfred Weber als Werkstattleiter die Aufgabe, die Tilbecker Werkstatt aufzubauen.

1975
Die Psychiatrie-Enquête spricht Empfehlungen zur Behebung der menschenunwürdigen Lebensbedingungen vieler Psychiatriepatienten aus. Außerdem spricht sie sich für eine therapeutische und um Wiedereingliederung bemühte Psychiatrie aus.

1977
Die pädagogischen Bemühungen im Stift erfahren eine deutliche Aufwertung. Es wird erstmals ein Pädagoge mit der Gestaltung der Freizeit von Patientinnen und Bewohnerinnen beauftragt.
Eine neue Satzung wird erlassen, darin tritt der geistliche Rektor an die Stelle des geistlichen Direktors. Seine Hauptaufgaben liegen im repräsentativen und seelsorgerischen Bereich. Der Hausleitung gehört er nur noch in beratender Funktion an.

1979
Die Tilbecker Werkstatt beschäftigt 225 Menschen mit Behinderung in verschiedenen Räumlichkeiten.

1980
Der erste Bauabschnitt der Tilbecker WfB ist abgeschlossen und kann mit 150 Plätzen bezogen werden.

1985
Die Kontakte mit dem Franz-Hospital in Dülmen, das eine Tagesklinik betreiben möchte, entwickeln sich.

1992
Es werden Wohngruppen in Billerbeck, Havixbeck und Nottuln eingerichtet sowie tagesstrukturierende Maßnahmen entwickelt. Die Beschäftigungstherapie wird in eine Tagesförderung umgewandelt. Der dritte Bauabschnitt der Tilbecker Werkstatt wird verwirklicht.

1993
Der erste Bauabschnitt der Klinik am Schlossgarten in Dülmen wird in Betrieb genommen.

1998
Der zweite Bauabschnitt der Klinik am Schlossgarten in Dülmen wird fertiggestellt. Die letzte Krankenhausstation wird von Tilbeck in die Klinik verlagert.